Schweiz

August 2015

Wenn ich an unseren Kurzurlaub in der Schweiz zurück denke, fällt mir Folgendes dazu ein: schlechtes Wetter, hübsche Kühe, Ferienwohnung mit super Ausblick, Schirm klauen lassen, tolle Fahrt auf den Pilatus, wunderschönes After-Wedding-Shooting, viel Geld fürs parken bezahlt und viele rote Punkte an Emils Beinen.

1. Tag | Samstag

Wir starteten 5:30 Uhr in Chemnitz und fuhren direkt nach Zürich. Wir stellten das Auto im Parkhaus Opéra ab, wo wir für etwa drei Stunden 14 CHF zahlten. Leider fing es genau in dem Moment an zu regnen und es hörte die nächsten drei Stunden auch nicht auf, eher im Gegenteil. Also liefen wir mit Kapuze und Schirm am Zürichsee vorbei Richtung Altstadt. Unser Weg führte am Frauenbad vorbei, wir waren in der Kirche Fraumünster, sind über den Paradeplatz zur St. Peterskirche und durch hübsche kleine Gassen zum Bahnhof gelaufen. Durch den Regen fiel uns die Entscheidung nicht schwer wieder Richtung Parkhaus zu laufen. Wir wollten nur kurz noch in die Kirche Großmünster schauen. So legten wir, wie alle anderen auch, unsere Schirme am Eingang ab. Als wir dann wieder gehen wollten, war Thomas Schirm weg. Einfach weg. Der gute, karierte Automatikschirm. Der Ärger in diesem Moment war groß, es regnete sehr. Also liefen wir schnell mit Emil auf den Schultern und mit nur einem Schirm zum Parkhaus zurück.

Von Zürich zum Etschenried-Hof in Obbürgen sind wir noch 1,5 Stunden gefahren. Der Ausblick von unserer Ferienwohnung zum Vierwaldstättersee war wunderschön.

2. Tag | Sonntag

Wie hätte es auch anders sein können, es hat geregnet und wir hatten 10°C auf der Alm. Nach kurzer Recherche im Internet sind wir nach Luzern zum Verkehrshaus gefahren. Wir haben 9 CHF fürs Parken bezahlt (bei weniger Andrang am Automaten wäre auch weniger drin gewesen) und der Eintritt lag bei 30 CHF pro Erwachsenen (Kinder bis 6 Jahre sind frei). Es ist nicht ohne Grund „Europas größtes Verkehrsmuseum“: Vom Schienen- über Straßenverkehr, Schiffahrt, Luft- und Raumfahrt wird einiges geboten. Man kann wahrscheinlich mehr als nur einen Tag dort verbringen um sich wirklich alles anzuschauen. Sehr spannend und kindgerecht gestaltet, vor allem auch wegen der witzigen Roller, damit die Kleinen draußen nicht so weit laufen müssen.

Gegen Mittag sind wir dann nach Bern gefahren. So konnte Emil auch im Auto schlafen. Geparkt haben wir bei „Mobiliar-Parking“. Da es sonntags war haben wir nur 4 CHF gezahlt. Wir sind einfach von der Altstadt zum Bärengraben gelaufen. Genauer vom Käfigturm über die Marktgasse zur Zytglogge und weiter der Kramgasse entlang zum Rathaus und dann über die Nydeggbrücke zum Bärengraben. Leider fanden dort gerade Bauarbeiten statt, sodass die Bären erst im Herbst wieder zu sehen sind.

Auf dem Weg zur Ferienwohnung sind wir am Thuner- und Brienzersee vorbei gekommen. Nur leider war das Wetter nicht besonders und es fing wieder mit regnen an. Ich hätte mir gern noch Interlaken, Brienz und den Giesbachfall angeschaut. Von der Nordseite des Brienzersees soll man einen tollen Blick auf den Berg „Jungfrau“ haben. Schön soll auch das Emmental sein, welches zwischen Luzern und Bern liegt.

3. Tag | Montag

Auf dem Etschenried-Hof, mit dem tollen Ausblick und den Tieren, haben wir uns wirklich sehr wohl gefühlt. Die Anfahrt war schon sehr abenteuerlich, da die Kühe frei auf der Wiese und eben auch auf der Straße stehen, aber es hat sich immer wieder gelohnt.

Dank besserem Wetter haben wir die Chance genutzt und sind auf den Pilatus gefahren. Nur 20 Minuten vom Hof entfernt liegt Alpnachstad, wo sich die steilste Zahnradbahn der Welt (48% Steigung) befindet. Parken kann man direkt davor für 5 CHF am Tag. Die Fahrt (Berg- und Talfahrt) ist zwar mit 72 CHF pro Person alles andere als günstig, lohnt sich aber wirklich. Kinder bis 6 Jahre fahren kostenlos mit. Die Fahrt dauerte etwa 30 Minuten und hat Emil wirklich viel Spaß gemacht. Oben angekommen gibt es einiges zu entdecken, mehrere Aussichtspunkte und Wanderpfade. Wir sind ein bisschen in Richtung Tomlishorn gelaufen. Der Weg ist gesichert, eben und einige Blumen und Kräuter am Wegrand sind mit Namen versehen.

Nachmittags sind wir dann noch nach Luzern gefahren. Geparkt haben wir im Parkhaus am Bahnhof P1 und haben dort 8 CHF gelassen. Wir sind über die Kappelbrücke zur Altstadt gelaufen. Wo wir genau waren, weiß ich nicht mehr. Wir haben uns einfach von einer hübschen Gasse zur nächsten treiben lassen. Im Shop „Change Maker“ gab es ganz tolle Sachen, ich hätte alles kaufen können :)

Nach dem wir dann noch ein Eis für Emil, Postkarten (für 1,20 CHF/Stück) und Briefmarken (für 1,30CHF/Stück) organisiert hatten, sind wir noch mit der Panorama-Yacht eine Stunde über den Vierwaldstättersee geschippert. Der Preis betrug 25 CHF pro Person (Kinder bis 6 Jahre wieder frei) und für alle gab es einen Audioguide.

4. Tag | Dienstag

Der eigentliche Grund für unsere Reise in die Schweiz war ein gewonnenes After-Wedding-Shooting bei der lieben Susann Köhler alias Fräulein Zuckerwatte auf stylehaeppchen.ch. Ich hatte letztes Jahr zufällig daran teilgenommen und einen Kommentar unter den Beitrag geschrieben und eben gewonnen. In das gleiche Kleid und den gleichen Anzug wie zur Hochzeit 2013 wollten wir nicht schlüpfen. Also habe ich mir ein hübsches, weißes Kleid bei Mango im Sale bestellt und meine braunen Sandalen dazu angezogen. Thomas hat seine graue Anzughose von H&M, ein weißes Hemd von Strellson und eine Fliege und Hosenträger angezogen, passend dazu braune Lederschuhe von Bugatti. Den wunderschönen Brautstrauß mit Rosen, Schleierkraut und Eukalyptus haben Susann und ich kurz vor dem Shooting noch zusammen gestellt. Ich freue mich schon sehr auf die Fotos und fand das Shooting so entspannt und so toll, dass wir sicher in ein paar Jahren, wenn wir vollzählig sind, noch mal Familienfotos machen lassen. Danke dir liebe Susann für das tolle Shooting!

5. Tag | Mittwoch

Am letzten Tag hätte ich mir gern die Aareschlucht, den Gelmersee und den Furkapass angeschaut. Aber es war mal wieder Regen und 10°C angesagt. Wir haben dann bei wetteronline.de geschaut wo in der Schweiz die Sonne scheinen soll. In Genf und Lugano. Ich hätte mir wirklich gern Genf angeschaut, aber die drei Stunden Fahrt schreckten uns ein bisschen ab. Wir entschieden uns für Lugano und haben es auch nicht bereut! Wir fuhren durch den 17km langen Gotthardtunnel, der im Inneren übrigens 36°C hatte, und wurden auf der anderen Seite mit viel Sonne belohnt.

Die Fahrt dauert „nur“ zwei Stunden und schon hatten wir Sonne und 26°C. Ich hatte auch nicht mehr das Gefühl in der Schweiz zu sein, sondern eher in Italien. Überall Fincas, Palmen und Pizzerias. Unsere erste Anlaufstelle in Lugano war der Monte San Salvatore. Wir zahlten 3 CHF fürs Parken und 30 CHF pro Person (Berg- und Talfahrt und Kinder wieder bis 6 Jahre frei) um, mit der Seilbahn den wunderschönen Ausblick zu genießen. Die Fahrt hatte sich ebenfalls gelohnt. Der Blick über den Luganersee und den Alpen war großartig. Wieder unten angelangt sind wir in das Zentrum gefahren und haben das Auto im Parkhaus Motta P1 abgestellt. Wirklich eine schöne Altstadt zum bummeln, shoppen und essen.

Abends ging es über den Gotthardpass wieder Richtung Ferienwohnung. Die etwas längere Route war uns lieber als der Stau vor dem Gotthardtunnel. Die Fahrt war aber auch sehr facettenreich. Die tiefhängenden Wolken die sich an die Berge schmiegten fand ich besonders faszinierend. Wunderschön anzuschauen. Dann kam auch noch sehr dichter Nebel und 5 °C dazu. Auf der anderen Seite war das Wetter wie am Morgen: nass und kalt.

Die Fahrt nach Hause am nächsten Tag hatte ich mir auch anders vorgestellt. Emil hatte immer wieder viele rote Punkte an den Beinen und geschwollene Füße. Also haben wir es gerade so 17 Uhr noch zu unserem Kinderarzt geschafft. Emil hatte Purpura Schönlein-Henoch und lag die Woche darauf auch im Krankenhaus.

Schade, dass wir nicht länger die Schweiz erkunden konnten, aber die paar Tage die wir hatten, lagen zwischen meiner letzter Prüfung und der nächsten Hochzeit die fotografiert werden musste. Ich denke wir werden irgendwann wieder kommen :)

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 100mm f/2 USM
Canon EF 17-40mm f/4 L USM

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