Südafrika

März/April 2017

Wenn ich an unseren Südafrika Urlaub zurück denke, fallen mir zuerst die vielen, weiten, menschenleeren Sandstrände ein. Ein Highlight war auch unsere Nacht im „Luxus-Familien-Zelt“ mit abendlicher Safari und Giraffe im Garten.

Es gab keinen Moment, wo wir uns unsicher gefühlt haben. Alle Menschen waren sehr lieb und zuvorkommend. Gewöhnungsbedürftig war, wie die Afrikaner ihre Kinder hinten auf der Ladefläche bei Tempo 70 km/h mitgenommen haben. Oder zu sechst in einem Opel Corsa, ohne sich anzuschnallen, unterwegs waren. Oder die vielen Menschen, die am Straßenrand laufen und manchmal auf eine Mitfahrgelegenheit hoffen. Es gab sogar an manchen Stellen Verbotsschilder, wo es nicht gestattet war, nach Anhaltern zu „betteln“. Auch anders als in Deutschland sind die Parkwächter. Diese stehen an Parkplätzen oder Straßen, weisen ein und wollen für das Aufpassen ein kleines Trinkgeld, welches zwischen ein bis zehn Rand liegt.

Die Flüge haben wir schon im Oktober letzten Jahres gebucht. Die Unterkünfte und somit auch die Route habe ich Stück für Stück und sehr mühsam im Internet zusammen gesucht und gebucht. Leider war viel schon ausgebucht, zu teuer oder nicht für Kinder gestattet. Das hat die ganze Suche schon sehr erschwert. Zum Schluss hat aber alles irgendwie geklappt und wir waren mit unseren Unterkünften sehr happy. Unser Mietauto, ein kleines SUV, haben wir auch vorher online gebucht.

Wir starteten am 16. März 2017 von Leipzig über Zürich nach Kapstadt. Dass der Flug über Nacht ging, war wirklich perfekt. So hatten wir nur eine Stunde Zeitverschiebung. Unsere erste Unterkunft war das Trem-Y-Don B&B bei Nicolette und David in Noordhoek. Ein kleines ruhiges Zimmer mit Garten, Trampolin und Pool. Ca. 30 Minuten von Kapstadts Zentrum entfernt. Der Strand war drei Minuten mit dem Auto entfernt. Ein perfekter Ausgangspunkt um Kapstadt, die Strände und das Kap zu erkunden.

Jeden Samstag ist in Kapstadt der Neighbourgood Market. Es gibt viel leckeres Essen, frische Getränke und gute Musik. Zu empfehlen ist auch eine Bustour mit dem „Hop-on-Hop-off-Bus„. Es ist günstig, man erfährt und sieht vor allem eine Menge. Mit Kind also ideal. Besonders hübsch waren die typischen bunten Häuser, die sich an den Straßen Wale Street und Chiappini Street befinden. Empfehlenswert ist auch „The Companys Garden“, ein Park mitten im Zentrum mit Spielplatz und tollem Restaurant.

Das Kap der guten Hoffnung ist sehr touristisch. Menschen werden aus Bussen „geschüttet“, um ein typisches Foto vor dem Zeichen „Cape of good hope“ zu bekommen. Dabei ist es gar nicht die südlichste Spitze von Afrika, wie viele denken. Diese befindet sich noch ein Stück weiter östlich, aber dazu später mehr. Das wohl stürmischste Erlebnis unserer Reise hatten wir dann auf dem Leuchtturm am Kap. Atmen war manchmal nicht so leicht und man musste alles gut festhalten :) Ein tolles Erlebnis hatten wir am Boulders Beach in Simons Town. Dort kann man nämlich mit frei lebenden Pinguinen schwimmen. Die Bucht ist außerdem perfekt für Kinder, da es dort kaum Wind gibt und das Wasser sehr ruhig und flach ist.

Wir sind mit der Seilbahn auf den Tafelberg hochgefahren. Mit Kind wäre eine Wanderung bei 29 Grad undenkbar gewesen. Die Tickets buchten wir vormittags online, trotzdem mussten wir ca. 30 Minuten anstehen. Die Landschaft war anders als erwartet – sehr flach. Keine großen Berge, alles sehr eben. Durch die Sonne, keine Wolken, Hitze und keinen Schatten, machten wir nur eine kleine Wanderung auf dem Berg. Am Abend konnten wir am Strand einen fantastischen Sonnenuntergang in rot-orange und einem Gewitter in der Ferne beobachten. Sehr beeindruckend.

Nach fünf Nächten in Noordhoek ging es weiter, vorbei am Strand in Muizenberg mit den typischen bunten Strandhäusern, nach Hermanus ins B&B Penguino. Eine kleine, hübsche, saubere Touristenstadt. Das Wetter war perfekt für eine Wanderung und das Areal des Fernkloof Nature Reserve bot wunderschöne Wanderwege an.

Auf dem Weg nach Bredasdorp zur nächsten Unterkunft Annis Cottage sind wir an der Klein River Cheese Factory vorbei gekommen. Ein wunderschönes Plätzchen um sich mit einem Picknickkorb einzudecken und dann im Park zu genießen. Für Kinder durch den großen Spielplatz auch ideal.

Das Kap und der Nationalpark Agulhas ist der südlichste Punkt von Afrika und stellt die geografische Grenze vom Atlantischem und Indischem Ozean dar. Ein Muss sollte der Aufstieg auf den zweitältesten noch aktiven Leuchtturm (1849) von Südafrika sein.

Der Höhepunkt unserer Reise war die Nacht im Familien-Luxus-Zelt in der Buffelsdrift Game Lodge in der Nähe von Oudtshoorn. Leider gab es nur noch eine freie Nacht, als ich damals buchte. Frühes Buchen lohnt sich hier also. Außerdem sind nicht alle Private Game Reserves für Kinder zugänglich. Dies erschwerte mir wieder die Suche. Die Buffelsdrift Game Lodge und die Nacht im Zelt waren einmalig und perfekt! Wir hatten für den Abend noch eine 2-stündige Safari dazu gebucht. Wir waren mit unserem Guide zu siebt und zum Sonnenuntergang gab es weit oben auf dem Berg, mit wunderschönem Blick ins Tal, eine kleine Pause mit Erfrischungsgetränken. Wir waren zwei Nashörnern so nah und ohne Zaun wie noch nie, wir konnten Giraffen, es waren mindestens acht zu sehen, beobachten und viele weitere wilde Tiere wie Gazellen, Antilopen, Springböcke,… entdecken. Nachts hat es sich im Zelt schnell abgekühlt und ich war froh eine Heizdecke im Bett zu haben. Das leckere Frühstück mit Blick auf den See und die Nilpferde waren ein fantastischer Abschluss. Ich wäre gern noch eine Nacht länger geblieben.

Aber es ging weiter nach Plettenberg Bay, wo es mir auch besonders gut gefallen hat. Wir hatten ein hübsches Zimmer bei Pam vom Dolphins Playground Beachfront B&B mit Meerblick und leckerem Frühstück auf der Terrasse. Der Strand war keine Minute zu Fuß entfernt und meist war niemand weiter zu sehen. Ein besonderes Highlight und fast schon ein Muss, wenn man dort in der Gegend ist, war der Knysna Elephant Park. Wir durften Elefanten füttern und streicheln und ihnen so nah sein. Ein unglaubliches Erlebnis, welches wir nur empfehlen können.

Das Robberg Nature Reserve bietet einen wunderschönen Wanderweg um die Halbinsel. Besonders toll fanden wir die riesige Sanddüne, den Blick aufs Meer und die Robben. Ein weiteres Highlight unserer Reise war die Game Drive Tour im Plettenberg Bay Game Reserve. Dort konnten wir die „Big 5“ – Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leoparden ganz nah und ohne Zaun bestaunen.

Plettenberg Bay war unser östlichster Punkt und unsere Reise ging zurück wieder Richtung Kapstadt. Wir haben einen Zwischenstop mit zwei Übernachtungen in Boggoms Bay eingelegt. Übernachtet haben wir in einem großen Haus der Sandpiper Cape Cottages. Das Haus hatte eine große Feuerstelle, wo wir es uns Abends gemütlich gemacht haben. Der Strand der unmittelbar in der Nähe war, war wieder menschenleer und kilometerlang. Nur ein paar Angler waren in der Ferne zu sehen. Niedlich waren auch die Dassies, die man in Südafrika öfters sieht. Sie sehen aus wie große Meerschweinchen.

Unser letzter Aufenthalt war im wunderschönen Franschhoek auf der La Bourgogne Farm. Dort haben wir uns auch wieder sehr wohl gefühlt. Bei den Übernachtungen gehört sogar eine Weinverkostung gratis dazu. Wir hatten auf dem Morgenhof bei Stellenbosch ein tolles Picknick und es gab sogar eine kleine Hüpfburg für die Kiddies. Auch sehr zu empfehlen ist die alte Farm Babylonstoren. Eine wunderschöne Anlage mit großem Obst- und Gemüsegarten und weiteren tollen Pflanzen. Man durfte süße, saftige Mandarinen selbst pflücken und essen, genau das richtige für den Sohnemann.

Insgesamt sind wir ca. 2.200km gefahren, haben in sieben verschiedenen Unterkünften für ca. 75 Euro zu dritt übernachtet und haben für den Flug 700 Euro/Person bezahlt. Lebensmittel sind in Afrika sehr preiswert, genau so die Besuche im Restaurant. Aufpassen sollte man mit dem Trinkwasser, am besten nur gekauftes aus der Flasche nutzen.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich Südafrika mit seinen netten Leuten, den wilden Tieren und den wahnsinnigen beeindruckenden Stränden anzuschauen!

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 100mm f/2 USM
Canon EF 17-40mm f/4 L USM
TAMRON 28-300mm f/3.5-6.3 Di VC PZD

Natürlich schöne Fotos