Rügen

März 2018

Kurzurlaub mit Freunden im Ferienhaus

Kalt war’s. Eisekalt. Und stürmisch. Aber es war auch März und nicht Juli. Wir waren mit Freunden für fünf Nächte im schicken, modernen und neugebaute Ferienhaus “Lillesol” in Breege. Das Ferienhaus ist schon ein Grund allein, nach Rügen zu fahren. Es gibt eine Sauna, einen Kamin, Fußbodenheizung – perfekt für ungemütliche Tage.

Dienstag
Nach einer siebenstündigen Anreise holten wir die Schlüssel für das Ferienhaus ab und waren stark begeistert vom “Lillesol”. Ein offener Wohn- Essbereich mit Galerie, drei Schlafzimmer für bis zu sechs Personen, zwei Badezimmer und eine Sauna. Das Ferienhaus war sehr gut ausgestattet mit allem was wir auch zum Kochen brauchten. Der Blick durch die großen Fenster vom Wohnzimmer in den Kurpark war, vor allem bei dem Schneesturm, traumhaft.

Kosten
In der Nebensaison zahlten wir 139 Euro pro Nacht (inkl. Endreinigung). Dazu können noch Wäschepakete und Kaminholz gebucht werden. Eine Kurtaxe fällt ebenfalls an, wobei es verschiedene Vergünstigungen, z.B. für Studenten, gibt.

Mittwoch
Das Kap Arkona, bzw. der Parkplatz in Putgarten, ist nur 10 Minuten mit dem Auto entfernt. Ab dort läuft man dann ca. 20 Minuten zum Kap und zum Leuchtturm. Zurück sind wir dann mit der Arkonabahn gefahren. Erwachsene zahlen für eine Strecke 2,50 Euro, Kinder bis 5 Jahre sind frei, danach 50 Cent. Um das nasskalte Wetter genießen zu können, haben wir es uns danach wieder im Haus gemütlich gemacht.

Donnerstag

Der Besuch im Nationalpark Jasmund, hauptsächlich dem Zentrum und dem berühmten Kreidefelsen “Königsstuhl”, war für uns ein besonderes Erlebnis. Wieder ist eine direkte Zufahrt für Autofahrer untersagt, so das wir unsere Autos auf dem Parkplatz in Hagen stellten und mit dem Shuttle bis zum Zentrum gelangten. Im Bus zahlten wir 12,50 Euro pro Erwachsener für die Hin- und Rückfahrt, den Eintritt für das Besucherzentrum und für den Zugang zur Aussichtsplattform Königsstuhl. Es ist natürlich auch möglich durch den Nationalpark die drei Kilometer zu wandern, nur mit zwei kleinen Babys und um die 0°C äußerst unpraktisch und unangenehm.

Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass wir uns die Kreidefelsen auch vom Wasser anschauen können. Nur ist im Winter/Frühling der Zugang zum Strand gesperrt. Durch den Frost können sich nun leichter Steine und Felsen lösen und herab stürzen. Sehr gefährlich! Der Blick von der Aussichtsplattform Königsstuhl ist aber auch fantastisch.

Die Erlebnisausstellung war so gut gemacht, die können wir nur empfehlen. Vor allem für Kinder überhaupt nicht langweilig. Emil war danach so begeistert. Es gibt für jeden einen Audioguide und es kann zwischen drei Themenreisen ausgewählt werden. Schön war auch, dass nur eine gewisse Anzahl an Personen die Ausstellung zur gleichen Zeit betreten dürfen. Die Themen der Ausstellung reichen von Entstehung der Kreidefelsen über Wissenswertes über die Bewohner des Nationalparks bis zum Leben unter der Erde. Kinder bekommen eine spezielle kindergerechte Audioguide-Themenreise und können mit vielen Sinnen die Ausstellung erleben.

Am späten Nachmittag sind wir noch mal an den Strand in Breege. Es war so stürmisch und kalt, aber die salzige Meerluft war gleichzeitig so gut und rein.

Freitag
Es wurde immer ungemütlicher draußen, aber wir wollten alle nochmal nach dem späten Frühstück die 500 Meter zum Strand gehen. Mit eingefrorenen Nasen und einem leichtem Sandpeeling, hielten wir es nicht ewig aus. Die Babys hatten den schönsten und wärmsten Platz in den Tragen. Auf dem Weg zurück zum Ferienhaus passierten wir noch einen Spielplatz. Perfekt für Emil. Ich konnte mir gut vorstellen, wie viel hier im Sommer los sein würde. Es gab noch eine Bühne, ein Restaurant und eine Räucherei. Nicht mal der Pizzaservice in der Nähe konnte uns Pizzen ausliefern und der nette Herr am Telefon erklärte mir, erst nächste Woche Freitag wieder geöffnet zu haben. Wir konnten aber auf die Tiefkühlpizza verzichten und holten uns Pizza vom Restaurant San Marco. Die Pizzen waren richtig gut.

Die Sauna im Ferienhaus hatte nach dem Anstellen schnell die gewünschte Temperatur erreicht und wir konnten schön im Warmen entspannen. Emil und Anton hatten ihren Spaß.

Samstag
An unserem letzten Tag wollten wir den Baumwipfelpfad in Prora besuchen, aber es kam leider alles anders als geplant. Bevor wir starteten, rief ich an, um herauszubekommen, ob der Pfad bei dem Sturm überhaupt geöffnet hat. Er hat, meinte die nette Dame am Telefon, mindestens bis Mittag. Also starteten wir in Richtung Prora.

Den ersten Stop mussten wir schon einlegen, als ich feststellte, dass wir die Babytrage im Ferienhaus vergessen hatten. Also holte Thomas diese und in der Zeit konnten wir noch einmal an den Strand. Und es lag wirklich Schnee am Strand! Wahnsinn, sowas hatte ich auch noch nicht gesehen.

Weiter ging es, bis zum Stau, da ein Traktor mit vollem Hänger vom Sturm umgepustet wurde. Ein großer Kran war schon aufgebaut und versuchte den Hänger aus dem Straßengraben zu ziehen. Wir überlegten, ob es nicht besser sei umzudrehen. Um solide Fakten als Entscheidungsgrundlage zu haben, rief ich noch einmal an um zu fragen ob der Pfad immer noch geöffnet hat. Er hat. Gut. Also warteten wir um die 45 Minuten im Auto. Ich stillte derweile Anton und dann ging es endlich weiter.

Wir waren da! Als wir die Tickets kaufen wollten, gab es gerade noch einmal eine Windmessung. Und? Genau, der Pfad wurde nun geschlossen, da es zu stürmisch war. Na gut, dann eben nicht. Wir sind aber noch durch den Wald spazieren gegangen und kamen zum “Kleinen Jasmunder Bodden”. Kleine Eisschollen schwappten hin und her und das Schilf war eingefroren. Der Wind war eisig kalt und wir machten uns auf den Weg zu den Autos und wieder heim und in die Sauna.

Sonntag
Am Abreisetag zeigte sich ein blauer Himmel und die Sonne schien. Wir beschlossen noch einmal beim Baumwipfelpad in Prora anzuhalten. Diesmal – mit weniger Sturm, aber trotzdem kalten Wind und Sonne – konnten wir den Pfad erklimmen und wurden mit einer tollen Aussicht über Rügen und der Ostsee belohnt. Der Pfad ist komplett barrierefrei und es ist möglich einen Rollstuhl oder Kinderwagen zu nutzen. Wir entschieden uns aber wieder für die Babytragen. Erwachsene zahlen 11 Euro und Kinder unter sechs Jahren sind kostenfrei, danach 8,50 Euro. Für Emil war der Pfad wieder ein großer Spaß, es gab immer wieder kleine Lernstationen zum Ausprobieren und Tafeln mit Informationen über Bäume und Waldtiere.

Danach war unser kleiner Kurzurlaub leider zu Ende. Ich hätte mir gern noch das Fischerdorf Vitt, die Insel Hiddensee und die Seebrücke in Sellin angeschaut. Wir kommen bestimmt noch einmal wieder, aber vielleicht zu einer anderen Jahreszeit 😉

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 16-35mm 1/2,8L II USM

Natürlich schöne Fotos