Schottland

Mai 2018

Schottland – schon alleine der Name lässt viele Herzen höher schlagen. Das Land des Dudelsacks und Kilts, der Highland Rinder, des Whiskeys, der Filmkulissen und des Loch Ness. Unser erster Road Trip zu viert führte uns genau dort hin. Zwei Wochen untypisches sonniges, warmes Wetter und vielen, sehr vielen, Schafen und niedlichen, flauschigen Lämmern.

Wissenswertes
Schottland liegt im Norden von Großbritannien und ist landschaftlich geprägt von Bergen mit Gletschertälern den Glens und Seen den Lochs. Die Städte Glasgow und Edinburgh (Hauptstadt von Schottland) bilden eine gedachte Grenze zwischen den Highlands im Norden und den Lowlands im Süden. Die langzurückreichende und bewegte Geschichte Schottlands hat dazu geführt, das du ständig auf Burgen, Museen und Schlösser triffst. Das dichte, lockige Fell der Highland Coo’s lässt diese Tiere eisige Stürme, Regenschauer, Hagel, Nebel und all die anderen Vorzüge des schottischen Wetters überstehen.

Unsere Strecke – Insgesamt sind wir ca. 1.600 km in zwei Wochen gefahren

Unseren Roadtrip haben wir in Glasgow gestartet. Wir sind dann weiter nach Fort William auf die Isle of Skye gefahren, weiter nach Inverness, Perth und zum Schluss Edinburgh.

 

Kosten & Reise organisieren

Wir haben im Oktober 2017 unsere Flüge direkt bei Ryanair gebucht und haben insgesamt für uns vier, ab Berlin direkt nach Glasgow und wieder zurück, 320 Euro gezahlt. Der Flug dauert gerade einmal zwei Stunden, was selbst mit einem Baby machbar ist. Unser Auto haben wir wieder bei der Firma Laabs geparkt.

Unser Mietauto haben wir bei der britischen Firma Arnold Clark Car & Van Rental gebucht. Es lief auch alles reibungslos ab und wir hatten für zwei Wochen und 594 Pfund (ca. 670 Euro) einen Automatik SUV inklusive Navi, Kinder- und Babysitz.

Für unsere 13 Unterkünfte haben wir im Durchschnitt 127 Pfund (140 Euro) pro Nacht gezahlt.

 

Explorer Pass

Eine tolle Idee mit dem Pass, aber leider sind nur einige wenige große Schlösser und Burgen von den 77 Sehenswürdigkeiten inbegriffen. Wenn du dir aber das Edinburgh und Stirling Castle anschaust, dann lohnt es sich schon. Wir haben für den „Familien 3 Tage Explorer Pass“ 62 Pfund (ca. 70 Euro) gezahlt. Das heißt, man kann innerhalb von fünf Tagen, an drei Tagen die Sehenswürdigkeiten besuchen. Es gibt auch noch den „7 Tage Explorer Pass“, dieser ist innerhalb von 14 Tagen an sieben Tagen nutzbar.

Weitere Informationen findest du hier: https://www.historicenvironment.scot/visit-a-place/explorer-passes/

Wir haben den Pass genutzt für:

  • Glasgow Castle – Nr. 30 (obwohl es gelistet ist, sind wir umsonst rein gekommen)
  • Stirling Castle – Nr. 41
  • Edinburgh Castle – Nr. 6
  • Melrose Abbey – Nr. 14
  • Dryburgh Abbey – Nr. 11
  • Jedburgh Abbey – Nr. 15
  • Crichton Castle – Nr. 4

 

Glasgow

Wir starten in Glasgow, da die Flugverbindung für uns am günstigsten war. Was du auf jeden Fall tun solltest, ist dir mindestens einen Tag für diese tolle Stadt Zeit nehmen. Mal ganz ehrlich, mir hat Glasgow besser gefallen als Edinburgh. Glasgow hat wieder so eine tolle Mischung aus Alt und Neu. Einen zauberhaften Botanischen Garten, das vor allem für Kinder beeindruckende Kelvingrove Museum mit Art Galerie (kostenfreier Eintritt), die Universität die an Harry Potter Filme erinnert, einen tollen Aussichtsturm dem Lighthouse um einen Überblick von Glasgow zu bekommen, der Necropolis ein viktorianischer Friedhof auf einem Hügel mit Blick auf die Glasgow Kathedrale und zu guter Letzt die vielen tollen Street Art Bilder!

Wir übernachteten für zwei Nächte im Manor Park Guest House. Das Hotel liegt nicht ganz im Zentrum, deswegen sind wir dann mit dem Auto zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Parken ist nicht viel teurer als mit dem Bus zu fahren, es war für uns aber einfacher und schneller mit zwei Kindern und Buggy von A nach B zu kommen.

An unserem Anreisetag waren wir ungefähr 16 Uhr im Hotel und sind dann noch zum Botanischen Garten gefahren. Dort gibt es zum Beispiel an der Ford Road kostenfreie Parkplätze. Die 1817 erbauten Gärten sind ein großer öffentlicher Park mit wunderschönen gläsernen Gewächshäusern. Leider sind diese Abends schon geschlossen gewesen. Die Tulpen blühten, hübsche (Kräuter-)Beete, es gibt einige Bänke und einen Spielplatz.

Wir nahmen uns für Glasgow einen Tag Zeit und konnten folgendes besichtigen:

  • Kelvingrove Park (mit tollem Spielplatz für Kinder)
  • Kelvingrove Art Gallery & Museum (10-17 Uhr, kostenfreier Eintritt und empfehlenswert für Kinder)
  • Universität Glasgow (freier Eintritt, erinnert an die Harry Potter Filme mit Blick über die Stadt)
  • The Necropolis (viktorianischer Friedhof auf einem Hügel mit Weitblick über die Stadt)
  • Glasgow Cathedral (wir hatten freien Eintritt, sonst auch der Explorer Pass möglich)
  • Street Art „St Mungo“ an der High Street
  • im Zentrum „The Lighthouse“ (freier Eintritt, 10:30-17 Uhr, Galerie, tolle Aussicht, Wendeltreppe, Shop)

 

Nach dem wir Glasgow verlassen hatten, in Richtung Norden fuhren und am Loch Lomond eine Pause einlegten, entschieden wir spontan zum Kilchurn Castle zu fahren. Im nach hinein können wir sagen, das es sich gelohnt hat. Nicht nur alleine wegen des Castles.

Die am Loch Awe gelegene Burgruine stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Castle wurde immer wieder nach den Bedürfnissen von den Campbells von Glenorchy umgebaut. Der heutige Zustand ist wohl aus dem 16. Jahrhundert.  Früher stand das Castle wohl auf einer Insel und war umgeben von Wasser.

Es gibt nur einen kleinen, nicht ausgeschilderten Parkplatz an der A85, danach passiert man eine Strecke von ca. 10 Minuten bis zur Burgruine zu Fuß. Es ist kein Eintritt fällig. Der Weg ist flach, wir haben für Anton den Buggy genutzt.

Einige Highland Rinder grasen auf der Wiese an der Burg. Zuerst war ich skeptisch den Highland Rindern ohne Begrenzung so nah zu sein. Aber wenn man die Tiere in Ruhe lässt, sind sie ganz harmlos. Sie sind auf jeden Fall ein tolles Fotomotiv :)

Tipp – romantische Route:
Weiter nach Fort William sind wir nicht den gleichen Weg wieder zurück, sondern sind links in Inverlochy auf die B8074 abgebogen. Eine schmale Straße führt am River Orchy entlang, vorbei an den „Eas Urchaidh Waterfall“ und Schafherden.

Kurz vor Fort William kommt man am wunderschönen Tal Glen Coe vorbei. Unbedingt anhalten und fotografieren!

Fort William ist ein etwas größeres Städtchen mit Fußgängerzone und Verkehrsknotenpunkt für Touren in die Highlands. Wir waren für drei Nächte im schicken Lime Tree Hotel und haben eine Tour am Ben Nevis, dem höchsten Berg (1344 m) Großbritanniens, zum Steall Wasserfall unternommen. Ein Besuch am Glenfinnan Viadukt, oder besser bekannt als die Brücke aus den Harry Potter Filmen, darf natürlich auch nicht fehlen.

Unser Zimmer im Lime Tree Hotel hat uns richtig gut gefallen. Das Frühstück war auch sehr gut und bis zum nächsten Fish & Chips Shop ist es auch nicht weit. Wir können den Macari’s Fish & Chips in der Fußgängerzone empfehlen. Am Abend und vor allem Freitag und Samstag ist es schwierig einen Platz in den wenigen Restaurants zu bekommen. Entweder reservieren oder früh da sein.

Das Glenfinnan-Viadukt ist ein Eisenbahnviadukt aus den Jahren 1897/98 und verbindet die Orte Fort William und Mallaig. Die Brücke ist 30 Meter hoch und war eine der ersten die aus Beton gebaut wurde. Durch die Harry Potter Verfilmungen gelang es zu seiner Berühmtheit und ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in den Highlands.

Es gibt nur wenige Parkplätze. In der Hauptsaison solltest du schon zeitig da sein oder viel Geduld mitbringen. Dann gibt es zwei Wanderwege. Wir sind zuerst direkt hinter dem Info/Shop den Wanderweg hoch und hatten einen tollen Blick auf das Loch Shiel, aber nicht auf das Viadukt. Wir haben dann erst den anderen Weg entdeckt. Dafür läufst du ein Stück weiter der Straße entlang über die Brücke und biegst gleich rechts ab. Und dann immer gerade aus und den Anderen hinterher.

Der tolle Jacobite Dampfzug fährt über folgende Zeiten über die Brücke:

9. April bis 26.Oktober: Montag bis Freitag ca. 10:55 und ca. 15:00 Uhr
2. Juni bis 30.September: Montag bis Sonntag ca. 10:55 und ca. 15:00 Uhr

Zusätzlich:
14. Mai bis 14.September: Montag bis Freitag ca. 15:10 und ca. 18:30 Uhr
16. Juni bis 2. September: Montag bis Sonntag ca. 15:10 und ca. 18:30 Uhr

Und am besten bist du schon eine Stunde eher da, schon alleine um die Zeit für die Parkplatzsuche zu haben und dann noch zu Fuß bis zum richtigen Aussichtspunkt zu finden.

Den zweiten Tag nutzten wir für eine Tour zum Ben Nevis. Eigentlich wäre ich gern auf den höchsten Berg Großbritanniens gewandert, aber mit einem Kind und einem Baby haben wir uns für eine romantische Wandertour zum Steall Wasserfall entschlossen. Es war ein wunderschöner Tag, immer entlang am Fluss „Nevis“ mit kurzen Fotostops und einer kleinen gewagten Tour mit dem Auto durch das Wasser bis zum Flussufer um Pause zu machen.

Die Wandertour zum Steall Wasserfall startet man am besten vom letztmöglichen Parkplatz. Dazu fährst du mit dem Auto zu den Lower Falls und auf der C1162 immer weiter bis es nicht mehr weiter geht. Auch wenn gerade kein Parkplatz frei ist, warte einfach einen Moment, es kommen und gehen immer wieder Wanderer. Anton hatte wir in der Trage auf dem Rücken. Festes Schuhwerk und eure Kamera solltet ihr nicht vergessen. Ein wunderschöner, für Kinder spannender Wanderweg führt über Wasserquellen und anspruchsvollen Treppen zum Wasserfall. Um ganz dicht dort hinzugelangen musst du auf dem letzten Stück über den Fluss und das über die „Glen Nevis Rope Bridge“, eine Brücke aus drei Seilen. Ein Seil zum darauf laufen und zwei zum festhalten. Wir haben es nicht gewagt, Emils Arme wären sicher auch zu kurz gewesen. Aber nicht so schlimm, uns hat der Blick auf den Wasserfall auch so gereicht und er war wunderschön!

Wir verließen Fort William und machten uns auf den Weg auf die Insel Skye. Bevor man die Insel über eine Brücke passiert, kommt man am beliebten Fotomotiv der Highlands, dem Eilean Donan Castle, vorbei. Die Burg, man glaubt es kaum, wurde 1932 fertiggestellt. Natürlich gab es an dieser Stelle schon einmal eine Burg, nur wurde diese zerstört und nach 20 Jahren wieder aufgebaut.

Das Wetter wurde ungemütlich und sollte erst nach 24 Stunden wieder besser werden. Das war aber wirklich das einzige Mal in den zwei Wochen, dass der Himmel mit dicken, dunklen Wolken bedeckt war und wir nass von oben wurden.

Das Parken ist kostenfrei und es gibt genügend Plätze. Es gibt ein Restaurant, einen Shop und einen Ticketverkauf. Die Öffnungszeiten sind vom 25. März bis 27. Oktober von 10 bis 18 Uhr. Zusätzlich ist es im Juli und August schon ab 9 Uhr und im September ab 9:30 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 7,50 Pfund und Kinder ab 5 Jahre 4 Pfund. Ein Familienticket macht erst ab zwei Kindern über fünf Jahren Sinn und kostet 20 Pfund. Du erreichst das Castle nur über die Steinbrücke und zeigst vorher dem Kontrolleur dein Ticket. Leider war das Fotografieren in der Burg untersagt. Wir fanden es trotzdem sehr interessant und können einen Besuch im Castle auf jeden Fall empfehlen.

Zu einer Reise nach Schottland gehört die Insel Skye auf jeden Fall dazu. Unbeschreiblich wie man durch die Berge fährt und gerade erst die Brücke vom Festland überquert hat. Schafe, überall Schafe und dieses Licht nach dem Regen! Unser persönliches Highlight war der Besuch des Ortes „Stein“ der direkt am Meer im Westen der Insel liegt.

Der Name Skye bedeutet wohl „Wolken und Nebel“ und genau so begrüßte uns die Insel. Eingehüllt in dichte Wolken.

Ein sehr beeindruckendes Schloss ist das Dunvegan Castle. Es ist das älteste durchgängig bewohnte Schloss in Schottland und liegt am Loch Dunvegan. Möbel, Bilder, Tapeten alles vom feinsten. Uns hat es sehr gut gefallen und es ist wirklich zu empfehlen. Der Garten ist auch wunderschön angelegt und läd, wenn es nicht regnet, zum spazieren und verweilen ein. Öffnungszeiten sind von Karfreitag zu Ostern bis zum 15. Oktober von 10 bis 17:30 Uhr. Der Besuch des Castles und des Gartens (auf jeden Fall beides besuchen) kostet für Erwachsene 14 Pfund und Kinder im Alter ab fünf bis 15 Jahren 9 Pfund. Ein Familienticket lohnt sich erst ab zwei Kindern über fünf Jahren für 34 Pfund.

Als ich bei der Recherche im Vorfeld bei Google Maps den Ort „Stein“ auf Skye entdeckte, wusste ich, dass wir dort unbedingt einmal hin müssen. Es war kalt und nass draußen, also wärmten wir uns im Stein Inn auf und aßen Sandwiches und tranken Tee. Es gab sogar eine Spielecke für Kinder.

Nachdem es aufgehört hat mit regnen, machten wir uns auf den Weg zum Neist Point Lighthouse am westlichsten Punkt von Skye. Die Straßen auf Skye sind eine Katastrophe. Sehr viele und vor allem tiefe Schlaglöcher und meist so schmal, das nur ein Auto passieren kann und immer nach einer Ausweichbucht geschaut werden muss. Das kann manchmal schon ein bisschen dauern, bis man am Ziel ist. Den Leuchtturm sieht man nicht vom Parkplatz aus. Dafür musst du erst einmal die vielen Treppenstufen herabgehen, die du später wieder hoch steigen musst. ;) Der Leuchtturm befindet sich genau hinter dem großen Hügel. Überall auf den Wiesen springen kleine flauschige Lämmer umher und sind immer ganz dicht bei ihren Mamis. Die sind so niedlich, der Mai ist wirklich eine tolle Reisezeit!

Am nächsten Tag machten  wir uns auf den Weg nach Portree, der größten und einzigen Stadt (ca. 2.300 Einwohner) von Skye. In der Stadt gibt es ein paar wenige Souvenirläden, Lebensmittelshops, eine Bank, ein Outdoorgeschäft und einen Hafen.

Daheim suchte ich ein paar „Sehenswürdigkeiten“ von Skye raus. Dabei stand überall „Old Man of Storr“. Das die Wanderung fast unmöglich ist, stand irgendwie nicht dabei oder ich habe sie ignoriert. Im Nachhinein können wir sagen, dass sich die Wanderung 1. nur lohnt wenn man fit ist und ein gutes Durchhaltevermögen hat, 2. ohne kleine Kinder wandert und 3. gute Wanderschuhe an hat.

Klar der Blick von da oben ist toll, aber bis zu dem Aussichtspunkt von all den Fotos bei Google, haben wir es nicht geschafft. Sehr schade, aber mit einem 8kg Baby auf dem Rücken und Laufschuhen waren es einfach nicht die richtigen Vorraussetzungen.

Wieder unten am Parkplatz angekommen, ging die Fahrt weiter zum „Kilt Rock and Mealt Wasserfall“. Der Parkplatz ist direkt am Wasserfall, dort also unbedingt einmal anhalten.

Dann gibt es noch den Coral Beach. Wir sind bis zum Parkplatz und dann muss man ein gutes Stück noch zu Fuß weiter. Wir hatten ein Paar gefragt, die gerade wieder zu ihrem Auto liefen, ob man gut mit Buggy zum Beach gelangt. Sie meinten es wäre kein Problem. Nun ja, besser wäre die Trage gewesen.

Den Strand fanden wir jetzt nicht so besonders. Aber vielleicht lag es am bewölkten Himmel. Das Wasser sollte eigentlich türkisblau schimmern. Das Wasser war auf jeden Fall sehr klar und so klar, dass Emil zu weit mit seinem Gummistiefeln reinlief und dann das kalte Wasser im Stiefel hatte.

Der bekannteste See Schottlands ist Loch Ness. Er ist 36 km lang, 1,5km breit und 325 Meter tief. Direkt am See liegt das Urquhart Castle eine Ruine aus dem 12. Jahrhundert. Den Besuch des Castles haben wir uns gespart und sind stattdessen am wunderschönen Urquhart Bay Wood spazieren gewesen.

Gar nicht so einfach ein schönes Foto vom Loch Ness zu bekommen. Viel zu schmal und dafür zu breit. Die schönste Stelle die wir gefunden haben war am Parkplatz mit Blick zum Urquhart Castle. Auch wenn dort ein Schild steht, der Parkplatz ist voll, fahrt trotzdem rein, macht ein Foto und dann weiter :)

Wir hatten einen fantastischen Spaziergang im Urquhart Bay Wood. Geparkt haben wir am „Cementary Car Park“ in Kilmore und dort beginnt auch direkt der Weg.

Hätte ich vorher gewusst wie schön und interessant Inverness ist und das unsere Unterkunft so toll ist, hätte ich bestimmt für drei statt nur für eine Nacht gebucht. Aber ein Grund mehr um auf jeden Fall einmal wieder zu kommen und noch weiter in den Norden zu reisen.

Inverness ist die Hauptstadt der Highlands. Hier leben ca. 72.000 Einwohner, es gibt viele Unterkünfte, Restaurants, Shops und es ist einiges los. Das Inverness Castle thront oben auf dem Berg und man hat von dort einen fantastischen Blick über den Fluss Ness und die Stadt.

Wir verließen Inverness nach einer Nacht und weiter ging es wieder Richtung Süden. Ein Tipp vom Hotelbesitzer: Wir sollten doch unbedingt bei „The House of Bruar“ anhalten. Eine besonders hübsche Shoppingmall. Unser großes Ziel war aber das Blair Castle. Dies war ebenfalls ein Tipp von einer netten Kassiererin im Supermarkt.

The Bruar ist eine nette Location zum bummeln, schlemmen, shoppen und verweilen. Es gab so viele verschiedene Dinge von Küchenutensilien, Souvenirs, teure Wollpullover bis Kinderspielzeug. Sehr nett gemacht, aber so richtig Zeit zum shoppen hatte ich nicht wenn der Mann und zwei Kinder warten :D

Das beste am Blair Castle: Hier wird im Kilt Dudelsack gespielt! Mehrmals am Tag wird gespielt und es klingt so schön schottlisch :) Die Burg wurde 1269 erbaut und bekam sein märchenhaften Aussehen nach 600 Jahren im Jahre 1869. Die kostbaren Kunstgegenstände, Gemälde und Antiquitäten werden in 32 Räumen ausgestellt.

Einen Kinderspielplatz gab es auch zur Freude von Emil und Anton. Im Schloss durfte nicht fotografiert werden, nur zum Schluss die große Festhalle. Dort gibt es eine große Truhe mit Kostümen zum verkleiden. Toll fanden wir auch das Rätsel für Kinder. Das bekommt ihr direkt am Eingang im Schloss. Es muss gezählt und genau in jedem Raum geschaut werden. Zum Beispiel wie viele Türen keine echten sind, wo die zwei Kissen mit „AA“ Initialien liegen oder in welchem Raum sich ein Eisbär befindet. Das war gar nicht so einfach, hat aber großen Spaß gemacht. Als kleinen Preis hat Emil im Souvenirshop einen Bleistift geschenkt bekommen. Anton hatte wir auf dem Rücken in der Trage. Übrigens waren gar nicht so viele Besucher da, es war sehr entspannend.

Der Garten war so schön angelegt und wir hatten zum Schluss gar nicht mehr viel Zeit, da er schon eher schließt. Also unbedingt auf die Zeit achten.

Öffnungszeiten: Täglich von 9:30 – 17:30 Uhr (April bis Oktober)
Preise für Park und Castle: Erwachsene 12 Pfund, Kinder ab 5 Jahren 7,70 Pfund, Familienticket 35 Pfund

Perth (ca. 48.000 Einwohner) war bis 1452 die Hauptstadt von Schottland und liegt am Fluss Tay. Die Lage ist gut und es lassen sich viele Tagesausflüge unternehmen. Wir entschieden uns für das hübsche Glamis Castle und waren wieder beeindruckt vom Schloss und der weitläufigen Parkanlage.

Im Glamis Castle verbrachte Queen Mum ihre Kindheit. Das prächtige Schloss mit den vielen kleinen Türmchen wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist der Wohnsitz des Earls und der Countess of Strathmore.

Den Eintritt zahlt man direkt am schmiedeeisernen Tor und fährt dann eine dichtgewachsene Allee direkt auf das Schloss zu. Der Parkplatz befindet sich dahinter. Wir wollten erst nicht in das Schloss, aber der Ticketverkäufer am Eingang vom Park hat uns einen Nachlass gegeben, als er die Kinder auf dem Rücksitz erblickte. Sehr freundlich!

Geöffnet von April bis Oktober von 10 – 17:30 Uhr.

Preise:

Castle (inkl. Tourenguide) & Garten: Erwachsene 12,50 Pfund, Kinder ab 5 Jahren 9 Pfund, Familien 40 Pfund
Garten ohne Castle Tour: Erwachsener 7,50 Pfund und Kinder ab 5 Jahren 6,50 Euro

Ein Besuch im Schloss kann man machen, aber nach einigen Castles sieht alles nur noch gleich aus. Die Tour war auf jeden Fall interessant. Wir hatten Anton wieder in der Trage. Buggys sind nicht erlaubt.

Von Perth nach Edinburgh haben wir einen kleinen Umweg über Stirling eingelegt um uns noch das Castle anzuschauen. Hoch oben auf dem Berg thront es und ist ein wunderbares Fotomotiv von der Raploch Road aus. Für Kinder gibt es einen extra Bereich zum entdecken und rätseln.

Stirling liegt zwischen den High- und den Lowlands und war früher stark umkämpfter Hauptsitz der Könige im Mittelalter. Ein Besuch lohnt sich und durch den Explorer Pass kostet der Eintritt nichts extra.

Öffnungszeiten: 9:30 – 18 Uhr (April – September, sonst verkürzt und das ganze Jahr geöffnet)

Preise: Erwachsene 15 Pfund, Kinder ab 5 Jahren 9 Pfund
Alternativ: Explorer Pass (siehe im Hauptbeitrag Schottland)

Wir sind bis hoch gefahren und konnten oben auf dem Parkplatz parken. Das kostet zwar was, aber viele Alternativen in der Nähe gibt es nicht.

Bei meiner Recherche zu Schottland habe ich öfters Fotos mit riesigen silbernen Pferdeköpfen gesehen. Dort wollte ich auch unbedingt hin und das 2013 erbaute Kunstwerk liegt genau an der Straße zwischen Stirling und Edinburgh. The Kelpies sind Stahlskulpturen die ca. 30 Meter hoch sind und stellen Wassergeister in Pferdegestalt dar. Im nach hinein hätte man sich das sparen können. Klar sind diese riesigen Köpfe beeindruckend, aber das Ambiente ringsherum lud nicht zum verweilen ein. Die Autobahn war laut zu hören, Menschenmassen, nur Imbissbuden und der Parkplatz kostete auch noch Geld.

 

Unser letztes großes Ziel war die Hauptstadt von Schottland – Edinburgh mit 500.000 Einwohner. Die Stadt ist kleiner als Glasgow (600.000 Einwohner), gibt aber politisch den Ton an. Die Übernachtungskosten waren extrem hoch, weil an dem Wochenende gerade ein Marathon statt fand. Also am besten vorher informieren und dann die Stadt meiden, es war brechend voll, vor allem im Edinburgh Castle.

Wir hatten zwei volle Tage in Edinburgh, einen Tag davon nutzten wir für die Stadt und den anderen für den Süden und zwar für die Melrose-, Dryburgh- & Jedburgh Abbey & Crichton Castle.

Durch dichten Nebel fuhren wir auf der A68 aus Edinburgh Richtung Süden und kamen nach einer Stunde im sonnigen Jedburgh an. Das im 12. Jahrhundert erbaute Augustinerklosters Jedburgh Abbey ist so gut erhalten und wunderschön anzusehen.

Eine frühgotische Klosterkirche von 1150 ist das Dryburgh Abbey. Wunderschön im Park gelegen läd es zum spazieren und verweilen ein.

Weiter auf der B6356 zum Jedburgh Abbey gelangt man am „Scotts View“ vorbei. Einem Parkplatz mit tollem Blick über die Lowlands.

Jedburgh Abbey ist die besterhaltene und beeindruckenste Abteiruine der drei Abbeys und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Wir durften sogar eine Trauung beobachten bzw. das Eintreffen der Braut. Der Bräutigam trug ganz klassisch einen Kilt und es wurde auf einem Dudelsack gespielt. Eine wirklich beeindruckende Location für eine Hochzeit!

Zu guter letzt haben wir uns dann noch spontan für einen Besuch des Crichton Castle entschieden. Diese Burg ist ebenfalls im Explorer Pass inbegriffen und ist ihren Besuch auf jeden Fall wert.

Wir liefen von unserem Hotel durch den Park The Meadows, vorbei an der Universität bis zum Edinburgh Castle. Das Schloss war schon am Eingang sehr voll. Gut das wir unseren Explorer Pass dabei und schon gekauft hatten. Leider war es überhaupt gar kein schöner Besuch. Überall Menschenmassen, lange Schlagen um in besondere Räumlichkeiten zu gelangen… das macht, vor allem mit zwei Kindern, keinen Spaß. Ich denke wir haben einfach das falsche Wochenende erwischt und alle Besucher und Teilnehmer des Marathons nutzten den Sonntag für eine Sightseeing Tour durch die Stadt.

Öffnungszeiten: April – September, Mo- So: 9:30 – 18 Uhr (in der Nebensaison verkürzt)

Preise: Erwachsene 17 Pfund, Kinder ab 5 Jahren 10,20 Pfund

 

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 16-35mm 1/2,8L II USM