Seychellen

Juni 2018

Einer meiner größten Träume ist dieses Jahr in Erfüllung gegangen. Einmal in türkisblauen Wasser baden und am weißen puderzuckerartigen Strand liegen. Und ja, genau so wie es auf den Fotos aussieht, sieht es auch in Wirklichkeit aus, aber nur wenn die Sonne hoch oben vom Himmel scheint :D

Bevor wir an die Ferien gebunden sind, flogen wir mit Condor direkt von Frankfurt nach Mahé, die Hauptinsel der Seychellen, knapp 10 Stunden über Nacht. Weiter ging es dann für uns mit einer kleinen Propellermaschine auf die Nachbarinsel Praslin. Dort verbrachten wir eine Woche, unternahmen einen Tagesausflug auf die Insel La Digue und erkundeten noch eine Woche Mahé.


Man muss nicht reich sein um sich einen zweiwöchigen Urlaub auf den Seychellen leisten zu können. Klar kann man viel Geld in den Luxusresorts lassen, aber wer auch mit weniger zufrieden ist, kann eben auch die Strände und einfach die Natur im Indischen Ozean genießen und bestaunen.

Wissenswertes

Anders als auf den Malediven kann man auf den Seychellen viel mehr als nur am Strand liegen oder Schnorcheln. Die Hauptinsel Mahé und die zwei kleineren Inseln Praslin und La Digue sind interessant und auch frei zugänglich. Tagestouren auf kleinere Inseln sind möglich. Rund 87.500 Seychellois leben auf den 115 Inseln und das Durchschnittsalter beträgt 28 Jahre.

Das Wahrzeichen der Seychellen ist die Coco de Mer und wächst nur auf Praslin und Curieuse. Der Samen aus dem die Palme wächst gilt als der größte der Welt und wiegt ca. 20kg.

Nirgendwo auf der Erde gibt es so viele Riesenschildkröten wie auf den Seychellen. Auf La Digue gibt es ein paar die frei herumlaufen. Leider haben wir auf Praslin und La Digue auch eingesperrte Schildkröten gesehen, die viel zu wenig Platz zum leben hatten.

Die Flüge:
Wir haben im Januar 2018 direkt bei Condor unsere Flüge gebucht und pro Person ca. 700 Euro gezahlt (Anton ist unter 2 Jahre und hat so gut wie nichts gezahlt). Der Flug ging direkt ab Frankfurt am Main, in 10 Stunden über Nacht, nach Mahé, die Hauptinsel der Seychellen. Angenehm ist, dass es gerade einmal zwei Stunden Zeitunterschied von Deutschland aus sind. Unser Auto hatten wir bei Parkfuchs24 in Frankfurt geparkt. Da hat auch alles super geklappt.

Von Mahé ging es weiter mit einer kleinen „20 Mann Propellermaschiene“ von Air Seychelles für ca. 100 Euro pro Person Hin- und Rückflug (Anton war wieder frei und hat auf dem Schoß gesessen). Der Flug dauerte gerade einmal 20 Minuten. Eine Alternative wäre mit der Fähre auf Praslin zu gelangen. Es gibt aber mehrere Gründe warum wir uns fürs fliegen entschieden haben. 1. Der Preis macht so gut wie keinen Unterschied 2. Man hätte sich vom Flughafen ein Taxis zum Hafen nehmen müssen und vom Hafen auf Praslin wieder eins um zur Unterkunft zu gelangen. Unsere Unterkunft war nur 10 Minuten zu Fuß vom kleinen Flughafen auf Praslin entfernt 3. Ich habe sehr viele Bewertungen und Berichte gelesen, wie schrecklich der Seegang sein soll und wie viele sich jedes mal übergeben. Das wollte ich uns ersparen. 4. Der Flug hat 20 Minuten gedauert und war ein Erlebnis für sich. Die Fähre braucht eine Stunde. 5. Die Seychellen von der Luft aus zu sehen ist besonders schön.

Die Unterkünfte:
Wir waren für sieben Nächte auf Praslin im Guesthouse „Amitie Chalets“ und hatten das Superior Chalet. Es ist 40 qm groß und besteht aus einem großen Raum mit Doppelbett, Einzelbett und Babybett und einem Schreibtisch es gab eine Küche mit Esstisch, eine eigene Terrasse mit Blick aufs Meer und ein Bad mit Dusche. Der Kühlschrank war bei unserer Ankunft mit Brot, Saft, Eiern, Butter, Marmelade und Milch gefüllt. Pro Nacht haben wir 85 Euro für uns vier gezahlt.

Auf Mahé haben wir für 7 Nächte für 75 Euro die Nacht im Appartement „Stephna Residence“ übernachtet.  Das Apartment ist 70 qm groß und hat ein Doppelbett, ein Sofa welches als Bett für Emil umgebaut wurde und ein Babybett. Ebenso eine Küche, Bad mit Dusche und eine kleine Terrasse mit Blick ins Grüne. Der Pool mit Blick aufs Meer darf von allen Urlaubern der drei Appartements genutzt werden. Wir hatten ihn aber größtenteils für uns alleine. Empfehlen würde ich die 2-Schlafzimmer-Villa mit 150 qm. Den Blick aufs Meer und den Pool hätten wir besser gefunden und es war immer wieder Krach von der Villa aus zu hören, da sich das 1-Schlafzimmer Appartement genau unter der Villa befindet.

Mietauto, Taxi & Bus
Für die Woche auf Mahé hatte ich schon von Deutschland aus bei Maki Car Rental für 45 Euro pro Tag, inklusive Baby- und Kindersitz und Automatik-Schaltung, einen kleinen Mietwagen gebucht.

Auf Praslin war direkt an der Unterkunft eine Bushaltestelle. Deswegen nutzen wir auch zweimal den Seychelles Public Transport Corporation (SPTC). Es ist auf jeden Fall sehr abenteuerlich. Es geht so steil hoch und runter und es gibt ganz selten eine Begrenzung. Die Busse sind auch sehr voll und bezahlt wird direkt beim Busfahrer. Eine Fahrt, egal wie weit, kostet 7 Rupie (ca. 45 Cent). Für Emil und Anton haben wir nichts zahlen müssen. Es gibt drei Buslinien (61, 62 und 63) und auf den Fahrplan sollte man sich lieber nicht verlassen. Wir wollten zum Nationalpark und leider kam kein Bus, also verpassten wir auch die Führung. Wir haben uns dann ein Taxi genommen, was natürlich auch nicht gerade günstig war. Ich glaube wir haben 20 Euro für 10km gezahlt. Im Nachhinein würde ich auch auf Praslin für die ganze Zeit ein Mietauto nehmen, da man damit natürlich vor allem mit Kindern viel flexibler ist. Wir haben dann noch spontan für vier Tage ein Auto gemietet. Uns wurde das Auto zur Unterkunft gebraucht und dort auch wieder abgeholt.

Nützliche Links & Reiseführer

Tolle Unterkünfte findet ihr hier: https://www.seyvillas.com/
Alles was man über die Seychellen wissen solltet, findet ihr hier: https://wolkenweit.de/

Beste Reisezeit
Das Thema hat mich schon sehr beschäftigt. Es ist bei ca. 30 Grad immer tropisch warm und eigentlich sind die Seychellen das ganze Jahr ein geeignetes Reiseziel. Aber eben nur eigentlich. Hier kommt es eben drauf an was man möchte. Möchte man drückende schwüle Hitze ohne Wind, ein ruhiges Meer ohne Wellen und gute Schnorchelbedingungen, dann sollte man in den Monaten von November bis März reisen. In den Monaten von Mai bis Oktober ist die Luft durch den Wind trockener und angenehmer und es sind immer Wellen. Gut geeignet zum wandern und surfen. Wir waren im Juni auf den Seychellen und empfanden den Wind, der wirklich immer Tag und Nacht bläst, angenehm. Die Luft war natürlich auch sehr feucht und ich möchte mir nicht vorstellen wie es gewesen wäre, wenn keine Brise geweht hätte. Wir hatten nur an unserem Abreisetag schlechtes Wetter. Das heißt, es hat fast den ganzen Tag geregnet. Sonst gab es immer mal wieder kurze Schauer, aber das stört natürlich bei den warmen Temperaturen nicht.

Supermärkte & Take-Aways
Wir hatten für Anton, er war 7 Monate alt, für die zwei Wochen Windeln und Obst/Gemüsebrei in Quetschieform von „fruchtbar“ und „Pumpkin Organics“ mitgenommen. Außerdem habe ich noch oft gestillt. Es gibt aber, auf Mahé, Praslin und auch auf La Digue im Supermarkt Windeln und Brei zu kaufen. Wir waren uns aber im vornherein sehr unsicher. Natürlich sind die etwas teurer, aber wir fanden den Preis für mitten im Indischen Ozean, angemessen. Es gibt auch Feuchttücher und diverse Pflegeprodukte für Babys und Kinder. Die Einheimischen haben ja eben auch Kinder.

Es gibt viele Supermärkte, mit frischem Brot, Obst und Gemüse, Pasta, Getränken, Butter, Joghurt usw. Wir sind mit dem selber kochen die zwei Wochen sehr gut zurecht gekommen.

Ein kleiner Überblick was die Preise in den Supermärkten angeht:
– Ananas-, Pfirsich- oder Orangensaft (1 Liter) = 30 Rupie (2 Euro)
– Wasser (1 Liter) = 13 Rupie (80 Cent)
– Coca Cola (320ml) = 16 Rupie (1 Euro)
– Milch (1 Liter) = 22,5 Rupie (1,45 Euro)
– Marmelade im Glas = 19 Rupie (1,25 Euro)
– Weißbrot geschnitten = 70 Rupie (4,50 Euro)
– Cornflackes (375g) = 30 Rupie (2 Euro)
– Kelloggs CoconPops = 60 Rupie (4 Euro)
– Butter (Mini 10g) = 3,50 Rupie (23 Cent)
– Nutella (180g) = 44 Rupie (2,80 Euro)
– Weintrauben (560g) = 76,14 Rupie (5 Euro)
– Nudeln Fusilli (400g) = 13,5 Rupie (90 Cent)
– Nudelsauce Basilikum (im Glas) = 40 Rupie (2,60 Euro)
– Käse Grana Padano = 35 Rupie (2,30 Euro)
– 1 Tüte Lays Chips = 20 Rupie (1,30 Euro)

Dann gibt es einige Take-Aways mit verschiedener Auswahl an Currys mit Fleisch (meist sind die mit Knochen gekocht), Fisch, Gemüse,… dazu Reis oder Nudeln und Salat. Der Preis liegt bei ca. 3 … 4 Euro pro Portion.

Außerdem gab es auch Pizzen und Panninies als Take-Away. Am besten hat uns bei „La Fiesta Take Away“ auf Mahé geschmeckt. Eine Margarita kostet 130 Rupie (ca. 8,50 Euro) und ein Pannini mit Schinken und Käse dazu Pommes 50 Rupie (ca. 3 Euro).

Frisches Obst und Gemüse bekommt man auch zu guten Preisen an den Ständen direkt an der Straße. Die kleinen Bananen sind so süß und lecker!

Strände
Es gibt ja diese „WOW“-Strände, weswegen man ja auch auf die Seychellen fliegt. Für uns waren das:

Praslin:
Anse Lazio (nur mit dem Auto zu erreichen, kostenlose Parkplätze gibt es vor Ort. Mit dem Bus ist es noch ein ordentlicher Fußmarsch den steilen Berg hoch und wieder runter, also eher nicht zu empfehlen. Schattenplätze gibt es genug. Für uns der schönste Strand der Seychellen.)

– Anse Georgette (Zutritt ist nur mit einer Reservierung im Luxushotel Constance Lemuria möglich. Wir hatten es ohne Reservierung versucht und hatten wirklich Glück so einen netten Wachmann getroffen zu haben. Er hatte uns mit Anton und Emil gesehen und bei uns eine Ausnahme gemacht. Nach einer Unterschrift durften wir passieren. Der Weg ist eben, also gut mit einem Buggy zu passieren. Er zieht sich aber ganz schön, Berg hoch und runter …)

La Digue:
– Anse Source d’Argent (Der wohl berühmteste Strand der Seychellen. Er ist nur über den Park der „L’Union Estate Farm“ erreichbar. Der Eintritt kostet ca. 10 Euro pro Person. Der Schaugarten bietet Zimtbäume, viele Gewürze, Vanille, Kokosnüsse,…den Strand fanden wir aber persönlich nicht so schön und sehr überfüllt im Gegensatz zu den anderen fast menschenleeren Stränden)

Mahé:
– Anse Intendance (wunderschön, gute Parkmöglichkeiten, aber kaum Schattenplätze zum liegen)

 Anse Petite (Zutritt nur über das „Four Seasons Resort“ möglich. Auch ohne Voranmeldung möglich. Schnorcheln war super. Wenn es einem nicht stört auf seinem Handtuch im Sand neben den Hotelgästen auf deren Liegestuhl zu sitzen ist es wunderschön.)

Nationalpark Fond Ferdinand
Es gibt zwei Möglichkeiten die Coco de Mer, der größte Samen der Welt, auf Praslin zu sehen. Es gibt den Nationalpark Fond Ferdinand oder den Nationalpark Vallée de Mai, der sogar 1983 von der UNESCO in die Liste der Weltnaturerben aufgenommen wurde. Wir entschieden uns für den Fond Ferdinand. Der Eintritt inklusive Führung kostet 10 Euro pro Person und die Aussicht von ganz oben ist großartig. Der Eintritt vom Vallée de Mai liegt bei ca. 25 Euro pro Person ohne Führung. Diese kostet wohl 10 Euro pro Person extra.

La Digue ist etwa 10 km groß und lässt sich prima mit dem Fahrrad erkunden. Gleich wenn man in den Hafen einfährt und den Fuß auf die Insel setzte, kommen die ersten Einheimischen und wollen ihre Fährräder vermieten. Ich empfand das als sehr stressig, war aber zum Schluss froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Wir hätten sonst nicht so viel von der kleinen Insel gesehen. Ein Fahrrad kostet ca. 10 Euro am Tag.

Noch ein Tipp: Das Ticket für die Fähre kauft ihr am besten vorher online. Wir haben unsere Tickets vor Ort gekauft und hätten gern die letzte Fähre wieder zurück genommen. Leider war diese schon ausgebucht. Zum Schluss war das auch ganz gut so, so waren wir im hellen wieder zurück, aber wenn man mehr Zeit auf La Digue verbringen möchte, sollte man schon die letzte Fähre nehmen.

Mahé
Die Hauptinsel der Seychellen ist Mahé und mit 154 qkm (Länge 27 km und Breite 8 km) mit Abstand die größte Insel. Hier liegt auch der internationale Flughafen und ist wohl für jeden Besucher der erste Berührungspunkt. Victoria ist die einzige Stadt der Seychellen und es leben ca. 30.000 Menschen hier. Das sind mehr als 1/3 der seychellischen Gesamtbevölkerung.

To do’s auf Mahé:

  • auf jeden Fall den Strand Anse Intendance besuchen
  • sich für die ganze Zeit ein Mietauto buchen
  • die Teefabrik besuchen (bei uns hatte sie leider wegen Renovierung geschlossen)
  • am Baie Lazare Beach die schräge Palme bestaunen und mal drauf setzen
  • die Hauptstadt und auch einzige Stadt Victoria und den Markt erkunden
  • es gibt auch einige Wanderwege die erkundet werden wollen

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 16-35mm 1/2,8L II USM