Wien I Österreich

April 2019

Wien ist die Hauptstadt von Österreich und lässt einen sofort an den Prater mit seinem Riesenrad, Sachertorte und Kaiserschmarrn, prachtvolle Bauten wie zum Beispiel das Schloss Schönbrunn, die spanische Hofreitschule und Sisi denken. Die Stadt selbst ist von einer gewissen Gemütlichkeit geprägt, von der glanzvollen und barocken Vergangenheit bis zur Postmoderne. In der Metropole an der Donau leben über 1,8 Millionen Menschen und schon Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart lebten und arbeiteten in Wien.

Anreise

Wir sind Ostersonntag von Chemnitz nach Wien durch Tschechien gefahren und waren nach 500 Kilometern und 6 Stunden Fahrt staufrei an unserem Apartment.

Unterkunft

Übernachtet haben wir für fünf Nächte in einem Altbau-Apartment mit zwei Schlafzimmern und mit Parkplatz im Stadtviertel „Landstraße“. Gebucht habe ich wieder über Airbnb (https://www.airbnb.de/rooms/23738864). Die Lage war wirklich perfekt. Die U-Bahn Station „Kardinal-Nagl-Platz“ war gleich um die Ecke und wir konnten zu Fuß zum Prater, zu den Hundertwasser Häusern und zum Schloss Belvedere laufen. Ebenfalls gibt es einen Supermarkt (Billa), eine Apotheke, einen Döner Kebap & einen Asiaten in unmittelbarer Nähe.

Unsere Highlights

  • Botanischer Garten & Schloss Belvedere inkl. Ausstellung
  • Hundertwasser Häuser, Café & Ausstellung
  • Zentrum mit Hofburg, Stephansdom, Rathaus
  • Zuckerlwerkstatt & Café Gerstner
  • Führung durch die Spanische Hofreitschule
  • Schloss Schönbrunn & Park
  • Tiergarten Wien
  • Prater inkl. Riesenrad Fahrt

Wir liefen zur Jesuitenwiese und weiter zum Prater. Ich hatte mir den Prater ganz anders und vor allem nicht so groß vorgestellt. Es ist ein riesiger Rummelplatz mit sehr vielen Fahrgeschäften, Geisterbahnen, Spiegellabyrinthen, Schieß- und Losbuden und Biergärten. Das Highlight des Praters ist das bekannte Riesenrad das es seit 1897 gibt. 67 Meter hoch und 12 Euro pro ca. 10 Minuten Fahrt (eine Runde) für Erwachsene. Nicht gerade günstig, aber der Blick über Wien und den Prater war sensationell.

Der botanische Garten der Universität Wien ist eine sehr informative, gepflegte Anlage und ist kostenfrei zugänglich. Ein Highlight ist der Grasbaum, der erstmals (nach 150 Jahren) im botanischen Garten blüht.

Gleich daneben befindet sich das Schloss Belvedere, ehemaliges Sommerschloss von Prinz Eugen. Die weitläufige Anlage besteht aus zwei Palästen, das Untere und das Obere Belvedere, und gilt als eine der grandiosesten Barockschöpfungen. Eine wunderbare Ausstellung mit Spitzenwerken von Claude Monet, Vincent van Gogh, Emil Nolde und Edvard Munch befindet sich im oberen Belvedere. Das beliebteste Werk ist „Der Kuss“ von Gustav Klimt und war größer als gedacht (von der Mona Lisa ist man ja eher überrascht wie klein das Bild doch ist). Im Unteren Belvedere befindet sich der Marmor- und Spiegelsaal sowie weitere Ausstellungen des Mittelalters aber auch moderne Arbeiten. Die über 500 Meter lange Parkanlagen zwischen Oberen und Unteren Belvedere ist kostenfrei zugänglich und wurde im ursprünglichen Barockstil rekonstruiert.

Tickets: Es gibt Einzeltickets für das Obere und Untere Belvedere, es lohnt sich auf jeden Fall gleich beides zu buchen bzw. kaufen. Das Kombi-Ticket kostet 22 Euro pro Person. Wir haben bequem die Tickets am Morgen online gebucht und mussten dann nur die QR-Codes auf dem Handy vorzeigen und mussten auch nicht lange anstehen.

Der bekannte Künstler Friedensreich Hundertwasser wurde 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren. Er änderte seinen Namen 1949 zu Hundertwasser – „Sto“  ist in slawischer Sprache das Wort für „hundert“. Der renommierte Künstler war vorrangig als Maler, aber auch in den Bereichen Architektur und Umweltschutz tätig. Mit zahlreichen Demonstrationen, Aktionen und Modellen hat er seine Ablehnung der geometrisch geraden Linien, des Rastersystems und der bloß funktionellen Architektur Ausdruck verliehen. Seine Bauten zeugen vom Einsatz für Vielfalt, Unregelmäßigkeit, Spontanvegetation und für ein Leben in Harmonie mit der Natur. Hundertwasser starb 2000 im Alter von 72 Jahren an Bord der Queen Elizabeth 2 vor Brisbane.

In Wien gibt es im Stadtteil „Landstraße“ ein Wohnhaus mit Sozialwohnungen (7€/m²), welches durch Hundertwasser kreiert wurde und sich allen Regeln der Symmetrie und Rechtwinkligkeit widersetzt. Auf den Dächern und Balkonen wachsen Büsche und Bäume und die Fassade ist kunterbunt bemalt. Das Wohnhaus ist nur von außen zu besichtigen. Gleich gegenüber befindet sich das Hundertwasser Village, eine kleine Shopping-Mall mit Souvenirs, Café und einer besonderen Toilette (die wir aber nicht besuchten). Uns waren dort viel zu viele Touristen.

Besonders gut gefallen hat mir das nur fünf Minuten entfernte Kunsthaus Wien – Museum Hundertwasser. Viel weniger Touristen, eine wunderschöne Ausstellung über und von Hundertwasser (leider durfte man nicht fotografieren), ein niedlicher Souvenir-Shop und das Café war die Krönung. Das Familienticket kostet 22 Euro und ist sogar günstiger als zwei Erwachsene (12 Euro/Person). Im Café gab es leckeres Wiener Schnitzel, ein wechselndes Mittagsangebot und Sachertorte.

Mit der U-Bahn Linie 3 ging es vier Haltestellen Richtung Zentrum zum Stephansplatz. Mit den „Wiener Linien“ fährt man für 2,40 € pro Erwachsener eine Strecke, Kinder kosten 1,20 €. Der Stephansdom kann besucht werden, ist aber nicht mal bis zur Hälfte frei begehbar. Wir haben uns dann für den Aufstieg des Südturmes entschieden. Für 5,00 € pro Person, darf die schmale Wendeltreppe mit den 343 Stufen erklommen werden. Der Ausblick ist fantastisch und lohnt sich auf jeden Fall. Oben gibt es einen kleinen Souvenir Shop.

Vorbei an teuren Luxusgeschäften und Cafés war unser nächstes Ziel die Hofburg am Michaelerplatz. Anfangs eine vergleichsweise kleine Burg, wuchs sie im Lauf der Jahrhunderte parallel mit der Macht und dem Reich ihrer Bewohner zu einem verschachtelten Gebäudekomplex, der heute 18 Trakte und 19 Höfe umfasst. Es beinhaltet unter anderem das Sisi-Museum. Ich interessierte mich aber mehr für die Spanische Hofreitschule, diese ist mit einer Führung zu besichtigen. Leider konnten wir online keine Tickets mehr buchen (da muss man mindestens drei Tage im voraus buchen). Wir hatten gerade noch Glück und nach kurzem warten an der „Kassa“ (deutsch: Kasse) konnten wir noch zwei Tickets für eine 1-stündige Führung 17:00 Uhr ergattern. Preis pro Erwachsener liegt bei 18,00 €, Kinder 9,00 €. Kinder unter drei Jahren dürfen nicht an der Führung teilnehmen.

Die typischen Pferdekutschen – die Wiener Fiaker – kann man direkt an der Hofburg buchen. Eine Fahrt kostet wohl zwischen 50,00 und 80,00 €. Wir haben uns das Geld gespart und sind zu Fuß durch die Gassen spaziert. Weiter ging es zum Volksgarten, zum Rathaus, am Burgtheater vorbei zur Herrengasse. Am berühmten Central Café bildete sich eine lange Schlange und wir liefen weiter zur Zuckerlwerkstatt. Hier gibt es nicht nur Bonbons und Lollis in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, man kann sogar bei der Herstellung zuschauen. Wirklich interessant und super lecker!

Unser Weg führte uns weiter am Albertina zum Café Gerstner. Im Erdgeschoss können Kuchen und Süßes gekauft werden und im 1. Obergeschoss gibt es schöne Sitzgelegenheiten für eine kleine Pause bei Kaffee und Kuchen. Die Preise sind schon sehr hoch wenn man für einen Cappuccino 5,00 € und für ein Stück Sachertorte 4,50 € zahlt, aber sehr viel günstiger kommt man in Wien in einem ähnlichen Café wohl eher nicht. Im Resselpark gibt es einen schönen Spielplatz, dort verbrachten wir dann noch die Zeit bis zur geplanten Führung.

In den Stallungen der Spanischen Hofreitschule ist Platz für 72 Pferde – die Lippizaner. Die Führung begann in der prunkvollen Reithalle, dort werden die abendlichen Aufführungen und die Morgenarbeit gezeigt. Weiter ging es zu den Stallungen und in die Sattelkammer. Alle acht Wochen werden die Pferde vom nahegelegenen Reiterhof getauscht, damit die Pferde auch ein normales Leben führen können. Die weißen Sättel die zu den Vorführungen genutzt werden, werden für jedes Pferd individuell aus Hirschleder hergestellt und kosten 8.000 € pro Sattel. Jeder Reiter betreut acht bis neun Pferde und es gehen jedes Jahr um die 350 Bewerbungen für eine Ausbildung ein. Genommen werden schlussendlich drei Bewerber. Es gibt übrigens nicht nur weiße Lippizaner sonder auch, zur Zeit, drei Schwarze bzw. Dunkelbraune und es wird wohl gesagt, so lange ein dunkler Lippizaner im Stall ist, steht die spanische Hofreitschule unter einem guten Stern.

Unseren letzten Tag in Wien fuhren wir mit der U-Bahn zum Schloss Schönbrunn. Die Sommerresidenz der Habsburger wird auch Österreichs Versailles genannt, allein schon an den Menschenmassen gemessen ein passender Vergleich. Ein weitläufiger barocker Schlosspark mit Palmenhaus, Heckenirrgarten und Tiergarten. Der Park ist kostenfrei zugänglich, nur die einzelnen Attraktionen müssen bezahlt werden. Wir entschieden uns für einen Besuch im ältesten Zoo der Welt – dem Tiergarten Schönbrunn. Der Zoo ist wunderschön angelegt und die Chance ein paar Tiere zu sehen ist sehr groß. Erwachsene zahlen 20,00 € und Kinder ab 6 Jahren 10,00 €. Wir waren den ganzen Tag dort und haben nicht einmal alles gesehen. Es gibt drei Ein- bzw. Ausgänge und wir sind zum Schluss durch den Wald hoch zum Ausgang um noch einmal einen schönen Blick auf das Schloss von der Gloriette aus zu haben.

Equipment
Canon 5D Mark III
Canon EF 50mm f/1.2 L USM
Canon EF 16-35mm 1/2,8L II USM
Canon EF 100mm f/2 USM